ideen & meinungen:

“Ein paar Tage vor dem Tode meines Großvaters habe ich am ‘Eurovision Grand Prix’ 1998 für junge Musiker in Wien teilgenommen. Das Konzert der Finalisten wurde durch TV-Gesellschaften in die ganze Welt übertragen. Auch mein Großvater, schon schwer krank, gehörte zu den Menschen, die das Konzert im Fernsehen verfolgt haben. Als ich ihn dann einige Tage danach besuchte, war er froh, mich gesehen zu haben. Er war sehr stolz auf mich. Er war unbeschreiblich froh und sagte mir mit Schwierigkeiten: ‘Misko, das war schön... war wunderbar...’ An diesem Tage sah ich ihn zum ersten Mal in meinem Leben weinen. Er weinte vor Freude und Glück. Ich glaube, daß es ihm wirklich gefallen hat. Das war auch der Tag, an dem ich ihn zum letzten Male sah. Ein paar Tage darauf verlor er den schweren Kampf zwischen Leben und Tod. So bin ich mir eigentlich bewußt geworden, daß das mein letztes Geschenk war, das ich ihm widmen konnte, die letzte große Freude. Und ich bin darauf sehr stolz... Die Gluckstränen in seinen Augen bleiben in meinem Herzen ein Leben lang. Wie eine Erinnerung an ihn, auch wie eine Belohnung für meine Arbeit und meine Tätigkeit. Nicht Geld, kein Vertrag oder materielle Sicherheit, sondern die Gluckstränen in den Augen der Anderen sind von wirklichem Wert. Jetzt können wir uns offen sagen, daß es nicht so wichtig ist, zu spielen und Bach oder Beethoven richtig zu interpretieren, viel wichtiger ist, mit Hilfe der Kunst und Musik Anderen zu helfen und die Welt um uns herum besser zu machen. Wenn wir durch unsere Interpretation nur einem einzigen Menschen in seiner Seele oder seinem Herzen helfen können, erfüllt sich der Sinn der eigenen Existenz auf dieser Welt und der Sinn der Musik selbst... Und wirklich weiß man niemals, wem man zum letzten Mal eine Freude gemacht hat.”
Michal Stahel: Interpretation in der Musik - Wesen, Bedeutung und Sinn, Mai 1999

“Ich gebe zu, niemals über meine im Innersten ersehnte Position nachgedacht zu haben. Mich interessiert Kunst in allen ihren Äußerungen. Außer der Musik widme ich mich der Bildenden Kunst, ich zeichne, male, photographiere, beobachte die Natur und das Leben um mich herum. Ich mag Poesie, lese sie und schreibe... Ich kann wirklich nicht sagen, was in diesem Moment mein Ziel ist... das, was ich fühle, ist, aus dem Vollen zu leben...”
Hudobny zivot, Juli-August 1999 

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